Katholische Schulen - wozu?

Humanismus Plus

Warum katholische Schulen neu beantworten müssen, was ihre Daseinsberechtigung ist.

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Aus Sicht der katholischen Kirche

„Sich zu bilden, ist tatsächlich etwas ganz anderes, als ausgebildet zu werden.“ („Peter Bieri, Wie wäre es, gebildet zu sein?“)

Menschen bilden sich, um ihren Platz in der Welt zu finden. Deswegen dreht sich Schulbildung an katholischen Schulen nicht nur um Ausbildung, d. h. Wissens- und Kompetenzerwerb unter dem Anspruch von Exzellenz, sondern um Förderung von Charakter- oder Herzensbildung. Katholische Schulen helfen jungen Menschen, sich selbst, ihre Mitmenschen und die Welt bewusster wahrzunehmen. Sie schaffen Räume, in denen Persönlichkeit, Freiheit, Verantwortung und Hoffnung gemeinsam wachsen.

Den ganzen Menschen sehen - die Sicht der katholischen Kirche

  • Die Gesellschaft lernt im Diskurs zur Schulbildung, Beziehungen gerechter und solidarischer zu gestalten – also humaner.
  • Heilung aller Beziehungen – auch zur Schöpfung.
  • Schülerinnen und Schüler werden als Menschen ganz gesehen. Sie können sich als Person entfalten.
  • Sie lernen für sich und für Andere Verantwortung zu übernehmen, indem ihnen Verantwortung zugetraut wird.
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Aus Sicht des Staates

Aus Sicht des Gesetzgebers erhalten Freie Schulen – und damit auch konfessionelle Schulen – ihre Daseinsberechtigung, damit sie anders Schule machen und dadurch mit eigenständigen und innovativen Bildungskonzepten die Weiterentwicklung des Schulwesens insgesamt fördern.

Dies ernst zu nehmen bedeutet, dass katholische Schulen sich weder darauf beschränken können, Schule zu machen wie in den vergangenen Jahrzehnten, noch das Modell staatlicher Schulen zu kopieren. Sie erfüllen ihren Auftrag also dort, wo sie nicht nur Institutionen sind, an denen Schülerinnen und Schüler lernen, sondern wo sie selbst leben, was es bedeutet, eine lernende Organisation zu werden. Und das ist keine Neuerfindung. Denn das Ethos, wonach nur diejenigen gut lehren, die selbst Lernende bleiben, entspricht dem klassischen christlich-humanistischen Bildungsideal z. B. eines Ignatius von Loyola. Diese Haltung befähigt Schulen, sich und ihrem Bildungsideal treu zu bleiben, weil sie sich kontinuierlich in Auseinandersetzung mit den Herausforderungen ihrer Zeit neu erfinden.

Freie Schule anders Gestalten - die Sicht des Staates

  • Laut Grundgesetz ist die raison d’être Freier Schulen, Schule „anders“ zu gestalten.
  • Katholische Schulen bereichern das Bildungssystem durch ihre Werte, Perspektiven und pädagogische Vielfalt.
  • Sie sind Orte, an denen sich christlicher Glaube, Bildung und gesellschaftliche Verantwortung verbinden.
  • Sie eröffnen Freiräume für Innovation und zukunftsorientiertes Lernen.